Vertauen: eine interaktive Installation

Im Rahmen des Symposion „Vertrauen in unsicheren Zeiten“ wurde im Stift Dürnstein  eine interaktive Installation von Studierenden der KPH Wien/ Krems präseniert.vertrauen

Idee, Leitung: Sigrid Pohl

 

Informationen zum Projekt

Immer mehr Menschen fragen sich heute, wem sie noch vertrauen können. Seit geraumer Zeit scheint sich unsere Gesellschaft, wenn man den Medien Glauben schenken kann, in einer permanenten Vertrauenskrise zu befinden. Vertrauen aber ist Grundlage jeglichen Handelns und  hat eine zentrale Bedeutung für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Der Philosoph Martin Hartmann hat Vertrauen wie folgt beschrieben: Vertrauen ist eine Einstellung, die uns kooperativ, unsicher und verletzbar davon ausgehen lässt, dass etwas, was für uns wichtig ist, geschehen wird.

Vertrauen geht oft mit Gefühlen oder Wünschen einher. Gefühlsmäßig bin ich geneigt, einem anderen zu vertrauen, weil ich annehme, er würde sich in einer bestimmten Weise verhalten. Kann ich aber wirklich sicher sein, dass er mich nicht enttäuscht? Da meldet sich mein angeborenes Misstrauen.

Gerade jetzt begegnen viele Flüchtlinge, die in Österreich Schutz suchen, dieser Haltung. Aussehen und Kleidung wirken fremdartig. Ihr kultureller Hintergrund ist weitgehend unbekannt oder von Klischees verdeckt. Dies macht Angst. Sprachlich bedingte Verständigungsschwierigkeiten erschweren es, in Kontakt mit den Fremden zu treten und sie besser kennen zu lernen. Erst positive Erfahrungen setzen Misstrauen und Unsicherheit außer Kraft.

 

Das Projekt

In Auseinandersetzung mit dem Thema des Symposions „Vertrauen“ entwickelten die Studierenden eine interaktive Rauminstallation mit Audio-Objekten, die im Raum verteilt, von den Rezipienten aufgesucht und abgehört werden können.

Für das  Projekt wurden Kommentare zu Fragen „Was ist Vertrauen“, „Wer hat mein Vertrauen verdient?“ von Lehrenden und Vortragenden gesammelt, von Studierenden auf Tonträger gesprochen und unter den textilen Hüllen verborgen. Die seltsamen Kopfwesen sprechen in verschiedenen Tonlagen, mal laut und mal leise. Um die Texte zu verstehen, muss man nahe an die Objekte herantreten. In einiger Entfernung vermischen sich die Stimmen zu einem unverständlichen Raunen.

Die Objekte wurden mit dem Begriff Vertrauen bedruckt und durch Stickereien weiter akzentuiert. Die körperlosen Wesen befinden sich auf fragilen Metallständern und scheinen im Raum zu schweben.

Die Installation versteht sich als visuelle und akustische Annäherung an eine Haltung, die von Unsicherheit geprägt ist. Die Objekte symbolisieren die Wünsche und Hoffnungen, die mit Vertrauen einhergehen.

 

 

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